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Ein Rucksack voller neuer Ideen

Der Verein zur Förderung der Familientherapie und -Beratung (VFT e. V.) wird heuer 40!
Unter dem Motto "Wie Du tickst, denkst und fühlst bestimmt unser Familienleben - Mentalisierungs-Inspirierte Systemische Therapie mit Kindern und Familien" findet am 4./5. Mai die Jubiläumsfeier sowie ein Workshop mit Eia Asen statt.

Lesen Sie nachstehend das Interview mit Eia Asen, das ich im Vorfeld führen durfte!

Herr Asen, Sie kommen im Mai nach München und halten einen zweitägigen Workshop zum 40jährigen Jubiläum des VFT. Worin liegt der Mehrwert des Mentalisierens in beratender und therapeutischer Arbeit?
Eia Asen: Wer mentalisiert, macht sich Gedanken über die inneren mentalen Zustände von Menschen. Innere mentale Zustände, die Individuen in Familien haben, können zum Beispiel sein: Beweggründe, Gefühle, Überzeugungen, Bedürfnisse, Wünsche, Absichten, Erwartungen oder Meinungen. Durch Mentalisieren kann es besser gelingen, sich eigener mentaler Zustände bewusster zu werden und sich in jene anderer Menschen hineinzuversetzen. Das kann in Familien, Teams und anderen sozialen Systemen gelingen. Ziel des Mentalisierens ist es, Kommunikation zu fördern sowie Beziehung und Bindung aufzubauen.

Das heißt, Mentalisieren ist als Prozess zu verstehen?
Eia Asen: Ja, Mentalisieren ist ein unentwegter Prozess. Der Prozess, auf andere neugierig zu sein und zu bleiben. Diese Art, wohlwollende Neugier’, die wir aus der systemischen Haltung heraus gut kennen. Für uns ist dabei die Reise wichtiger als das Ankommen. Mentalisieren ist die Reise des unentwegten Forschens und Überprüfens eigener und anderer Gedanken – und die damit verbundene Entwicklung neuer Perspektiven. Über diesen Prozess kann man zum Beispiel herausfinden, wie eine Familie tickt und funktioniert.

Und was ist dann der Unterschied zwischen dem Empathisch-Sein und Mentalisieren?
Eia Asen: Empathisch sein ist ein Aspekt des Mentalisierens. Bei Empathie geht es darum, sich in andere hineinzuversetzen. Empathie heißt aber nicht, sich selbst rekursiv und zirkulär zu überlegen, was das mit einem selbst macht, wenn ich mich in den anderen hineinversetze. Da sind wir dann beim Mentalisieren. Im Mentalisierungskonzept ist die Komponente der Selbstreflexion enthalten.

Wie kann ich Mentalisieren für mich selbst als Berater oder Therapeut einsetzen?
Eia Asen: Da gibt es zwei Möglichkeiten: Die eine ist, sich durch die Augen anderer zu sehen. Es ist spannend zu hören, wie andere über uns mutmaßen, warum wir beispielsweise wie über etwas denken – und wie es uns dabei geht. Das hilft, sich selbst zu reflektieren. Eine weitere Möglichkeit ist, dass man als Berater oder Therapeut selbst autobiografisch-narrativ darüber nachdenken kann, welche Stationen, Erlebnisse, Erfahrungen zu unserer aktuellen Gefühls- oder Verhaltenswelt beigetragen haben könnten. Die Lebensflussarbeit, für die der VFT steht, ist dafür ein gutes Beispiel.

Sie wenden die Arbeit des Mentalisierens in Ihrem Fachgebiet der Multifamilientherapie an. Was können Familien durch Mentalisieren für sich selbst lernen?
Eia Asen: In einem Mulitfamilien-Setting können wir überkreuz lernen – das heißt, eine Familie lernt von einer anderen Familie. So umgehen wir im ersten Schritt, dass sich Familien mit sich selbst auseinandersetzen müssen, wenn der Erregungszustand sehr hoch ist. In diesem Zustand würde der „Mentalisierungs-Apparat“ bei der eigenen Familie nämlich nur schlecht funktionieren. Über die Art der Zusammensetzung und die Anleitung lernen die Familienmitglieder nicht nur etwas über die eigene Familie, sondern vor allem auch von anderen Familien. Ob Kinder oder Erwachsene – solche Übungen machen viele Menschen erst einmal lieber mit Mitgliedern aus anderen Familien als mit der eigenen Familie. Insofern können Familien sehr gut davon profitieren und mentalisierend von anderen Familien lernen. Das läuft aber anders als in einer Selbsthilfegruppe ab, es muss gut strukturiert und angeleitet sein, es werden bewusste Übungen und Aktivitäten angeleitet. Multifamilienarbeit ist ein ideales Ausprobiersetting, um das Mentalisieren zu üben und zu verbessern. Gerade für Familien, die sehr starke Schwierigkeiten haben und unter Stress stehen. Auf diese Art und Weise kann man über die eigenen Familienmitglieder nachdenken und in einem nächsten Schritt vielleicht anders als bisher handeln.

Arbeiten Sie auch mit Teams und Organisationen auf diese Art und Weise?
Eia Asen: Ja, wir arbeiten auch mentalisierend mit Helfersystemen – also zum Beispiel mit Teams aus Krankenhäusern oder Schulen.

Wie wichtig ist die Kompetenz der Reflexionsfähigkeit für das Gelingen des Prozesses?
Eia Asen: Es ist sehr wichtig, über das zu reflektieren, wie man etwas erlebt hat. Reflektieren geht in unserer Arbeit jedoch nicht nur über das Sprechen, sondern auf ganz kreative Weise – über Erlebnisse aus der Kunst, der Musik, aus Geschichten oder aus Filmen. Wir stoßen viele kreative Reflexionsarten an.

Und wie schaffen die Klienten dann den Transfer in den Alltag?
Eia Asen: Reflexion und Transfer hängen sehr eng zusammen. Das heißt: Reflektieren muss auch vorausschauend sein. Die Frage ist dann: Wie kann das, was ich heute erlebt oder gelernt habe, zwischen heute und der nächsten Sitzung auf den Alltag transferiert werden? Was muss ich dafür aktiv tun oder lassen? Reflexionen sollten eigentlich meist verbunden sein mit der Umsetzung in den Alltag.

Arbeiten Sie zur Transfer-Sicherung mit digitalen Medien?
Eia Asen: Ja, wir benutzen E-Mail, WhatsApp, Snapchat – verschiedenste Kanäle, die unsere Klienten benutzen. So bleiben wir mit den Familien im Kontakt. Und auch die Familien vernetzen sich untereinander. Es gibt auch Gruppen-E-Mail-Verteiler, die mit Passwörtern geschützt sind.

Wie viele Familien sind optimal für ein Multifamilien-Setting, in dem mentalisiert wird?
Eia Asen: Bewährt haben sich etwa acht Familien beziehungsweise insgesamt etwa 30 bis 35 Menschen in einem Raum. So können eine Menge neuer Perspektiven entstehen. Deutschland besitzt mittlerweile eine sehr reichhaltige Multifamilienszene. Ich supervidiere einige Projekte darunter. Interessanterweise hat sich der Ansatz in Bayern bisher noch am wenigsten durchgesetzt.

Das Konzept des Mentalisierens klingt ganz so, als sei es auch für die pädagogische Welt sehr wertvoll. Bilden Sie auch Erzieher oder Lehrer ohne therapeutische Ausbildung weiter?
Eia Asen: Ja durchaus. Wir arbeiten sehr häufig mit sozialen Einrichtungen und Schulen zusammen. Auch Erzieher oder Lehrer, die keine therapeutische Weiterbildung haben, profitieren vom Mentalisieren. Jeder kann es auch für sein eigenes Team gut gebrauchen. Die Techniken, die ich zeige, können von Medizinern genauso angewandt werden wie von Psychologen, Psychotherapeuten, Systemischen Beratern, Coaches, Lehrern oder eben Erziehern. Viele Lehrer, die bei uns gelernt haben, wenden das Gelernte dann in ihrer Umgebung an.

Gibt es Diagnosen, die aus Ihrer Sicht gegen das Konzept des Mentalisierens sprechen?
Eia Asen: Es ist sicherlich schwieriger, mit akuten Psychotikern mentalisierend zu arbeiten. Und es ist schwierig, mit Kindern und Jugendlichen, die mit frühkindlichem Autismus – also dem Kanner-Autismus – diagnostiziert worden sind. Das haben wir versucht und festgestellt, dass es herausfordernd ist. Aber es hält Menschen aus meinem Feld nicht davon ab, es trotzdem zu versuchen.

Welche sind Ihre ganz persönlichen Lieblingsübungen?
Eia Asen: Was ich besonders gerne mit Mitgrantenfamilien mache, ist das sogenannte „Rucksackpacken“. Jedes Familienmitglied einer Familie muss über folgende Frage nachdenken: Angenommen, ihr müsst morgen weg aus eurem Land. Ihr könnt nicht mehr dort bleiben, wo ihr jetzt lebt. Der Grund könnte zum Beispiel eine Krise oder ein Erdbeben sein. Ihr könnt nur fünf Sachen mitnehmen. Was wären die fünf Sachen aus eurem Leben, die ihr unbedingt braucht? Egal, wo ihr dann leben werdet. Jeder einzelne kann sich das dann in Gedanken einpacken. Der Austausch darüber hilft, sich zu überlegen, was wichtig ist und was weniger wichtig ist.
Eine ähnliche Übung, die ich sehr gerne mag, geht so: Wenn man nur sechs Fotos mitbringen dürfte in eine Familiensitzung, um etwas über die eigene Familie zu erzählen, welche wären die sechs, die man auswählen würde? Dann geht es darum: Was ist auf den Fotos zu sehen? Welche Fotos hat man nicht mitbringen wollen? Wer fehlt auf den Fotos – und warum? Und: Was sagt das aus und was macht das nun mit uns?

Solche Übungen lernen die Teilnehmer bei Ihrem Workshop am 4. und 5. Mai in München?
Eia Asen: Ja, unter anderem. In meinen Workshops teile ich die Übungen gewöhnlich in drei Kategorien ein: Es wird Eisbrecher-Übungen geben, dann werden wir störungs- und diagnosespezifisch arbeiten und schließlich machen wir Übungen, in denen wir spezifische Dynamiken wie zum Beispiel Konflikte aufgreifen. Ich freue mich jedenfalls schon sehr darauf.

Prof. Dr. Eia Asen, 71, ist in Teilzeit als Kinder-, Jugendlichen- und Erwachsenenpsychiater am Anna Freud National Centre für Kinder und Familien in London tätig. Außerdem arbeitet er an Gerichten mit hochstrittigen Familien und erstellt Gutachten und er arbeitet auch an innovativen therapeutischen Modellen.
Eia Asen lebt und arbeitet seit 45 Jahren in London. Bis 2013 war er Direktor des Marlborough Family Service, eines systemisch orientierten gemeindenahen ambulanten Psychiatrie- und Psychotherapiezentrums. Anfang der 1980er-Jahre absolvierte er eine Familientherapieausbildung bei Salvador Minuchin in Philadelphia, anschließend arbeitete er mit Vertretern des Mailänder Teams zusammen. Er unterrichtet in vielen Ländern und veröffentlichte mehrere Bücher und Artikel. In der Wissenschaft haben seine Forschungsprojekte u. a. zur Paartherapie bei Depression, Multifamilientherapie bei Anorexia Nervosa und vehaltensgestörten Kindern sowie zur mentalisationsbasierten Therapie mit Familien (MBT-F) einen hohen Stellenwert.

Eia Asen ist unter anderem Autor folgender Bücher:
Familienmedizin für die Praxis (2000)
Wenn Paare leiden: Wege aus der Depressionsfalle. (2002)
So gelingt Familie. Hilfen für den alltäglichen Wahnsinn (2013)
Praxis der Multifamilientherapie (2015)
Handbuch der Multifamilientherapie (2017)

Infos zum VFT-Workshop am 4./5. Mai 2018: https://www.familientherapie-muenchen.de/index.php/workshops-a-gast-semi...

Veröffentlicht von Astrid Dobmeier.
 

Eye Opener im Alltag und wie sie die Change Management Beratung unterstützen

Bildquelle: Pixabay / Skitterphoto

Es gibt viele theoretische Modelle und Grundlagetheorien, die ich in der Change Management Beratung nutze. Doch das, was die Kunden am meisten schätzen und am ehesten nutzen können, sind die praktischen Erfahrungen und die daraus gewonnenen Lernerkenntnisse.

Natürlich versuche ich in der Regel Erfahrungen aus der gleichen Branche des Kunden oder einem ähnlichen Projekt zu verwenden, aber manchmal sind es auch die alltäglichen Dinge, die ganz anschaulich darstellen, worauf es in der Veränderungsberatung ankommt.

Schauen wir uns z.B. einmal den Lernkreis für Veränderungsprozesse an: 1. Gemeinsames Verständnis für Ausgangssituation & Problemstellung - 2. Gemeinsames Verständnis für Ziel & Weg - 3. Kraftvolle & koordinierte Umsetzung - 4. Systematische Reflexion beim Einzelnen und im Team. Der erste Ansatz ist ein „gemeinsames Verständnis der Ausgangssituation und der Problemstellung“ zu erzielen. Die Frage ist nur, wann weiß ich, dass genau dieses gemeinsame Verständnis auch erreicht ist? Steve de Shazer zum Beispiel sagte: „Jeder konstruiert seine eigene Wirklichkeit“. Das bedeutet, jeder einzelne bewertet eine Situation ganz individuell und basierend auf seinen persönlichen Erfahrungen.

Um zu veranschaulichen, dass es von absoluter Relevanz ist, sich diesem Punkt intensiv zu widmen, berichte ich meinen Kunden gerne das folgende persönliche Erlebnis: Gemeinsam mit meiner Familie war ich an einem Sonntagabend in einem Gasthaus zum Essen. Das Restaurant war sehr voll und der Geräuschpegel recht hoch. An einem Tisch saßen zwei Familien mit mehreren Kindern und eins davon war unglaublich laut, rief (gefühlt) alle zwei Minuten nach Eis oder der Feuerwehr. Auch ich dachte mir zwischendurch: „Kann denn niemand dem Kind mal sagen, dass es leiser sein soll!“ Ich konnte auch beobachten, dass die Mutter des Kindes das tat, aber der Kleine ließ sich davon nicht beirren und rief fröhlich weiter. Plötzlich erhob eine ältere Frau vom Nebentisch ihre Stimme: „Jetzt reichts aber mal, dann bin ich jetzt auch mal laut.“ Das war der Moment als die Stimmung im Lokal kippte. Die Mutter des Kindes wurde direkt sehr emotional und sagte, dass es eben Kinder seien und dass es irgendwann überhaupt keine Kinder mehr gäbe, wenn sich alle so benehmen würden wie die Frau. „Wir haben vier Enkelkinder und keines benimmt sich so“. Konnte man dann von einem anderen Tisch vernehmen. Es entstand ein Wortgefecht und es war förmlich zu spüren, wie die Emotionen auf allen Seiten hoch kochten und da die Familien mit ihren Kindern ohnehin im Aufbruch waren verließen sie nach kurzer Zeit das Restaurant. Die Leute die im Restaurant zurückblieben waren alle von der vorangegangenen Diskussion noch aufgewühlt als der Kellner an den Tisch der älteren Herrschaften trat und sagte: „Es tut mir leid, dass es so laut war. Die Mutter des Kindes stand gerade weinend vor mir und erklärte mir, dass ihr Kind eine Behinderung habe und deshalb so laut gewesen wäre.“ Die Stille, die dann folgte, war sehr bedrückend. Man hatte den Eindruck, dass jeder der Gäste die Situation nun noch einmal für sich durchging und in einem ganz anderen Licht sah als zuvor.

Mit dieser Geschichte veranschauliche ich, dass es immer mehrere Möglichkeiten gibt, um eine Situation einzuschätzen und wahrzunehmen und dass dieses sehr abhängig von den eigenen Erfahrungen ist. D.h. auch wenn wir z. B. einen Beteiligten eines Veränderungsprozesses als sehr destruktiv erleben, es sich in jedem Fall lohnt, seine Sicht der Dinge zu erfragen und herauszufinden, was er mit seiner Haltung zum Ausdruck bringen möchte und woher diese kommt. Die daraus gewonnene Erkenntnis wird in jedem Fall für jeden weiteren Schritt im Veränderungsprozess hilfreich sein. Daher ist es in der Change Management Beratung sehr wichtig sicherzustellen, dass das gemeinsame Verständnis der Ausgangssituation auch wirklich vorhanden ist. Diesem Punkt des Lernkreises widme ich daher immer besonders viel Aufmerksamkeit. Alle Beteiligten stellen detailliert die aktuelle Situation aus ihrer Sicht dar. Es wird zum Nachfragen eingeladen und diskutiert, um wirklich sicher zu gehen, dass am Ende alle das Gleiche verstanden haben. Erst wenn diese Phase abgeschlossen ist, kann man im Veränderungsprozess voranschreiten und den Blick auf die Stärken und Ressourcen richten.

Mein Tipp lautet daher: „Nutzen Sie neben allen wissenschaftlichen Artikeln und theoretischen Modellen auch Erlebnisse aus dem Alltag, um die Notwendigkeit des gemeinsamen Verständnisses für die Beteiligten spürbar zu machen.“

Veröffentlicht von Kerstin Schmidt.
 

20 Jahre Change Management Beratung mit dem Motto Vom roten Tuch zum roten Faden

20 Jahre Strasser & Strasser, 20 Jahre Change Management Beratung mit dem Motto „Vom roten Tuch zum roten Faden“.
Was geht? Was bleibt? Was war relevant? Das sind Fragen, die uns beschäftigen. Und nicht nur uns, sondern auch alle unsere Kunden in ihren Geschäftsmodellen. Denn wir stehen als Beratungs-Firma genauso wie unsere Kundensysteme mitten in den Turbulenzen einer immer chaotischer und unplanbarer werdenden Welt.

Wenn ich mir unsere Kundensysteme, die Herausforderungen und unsere Projekt-Themen in dieser Zeitstrecke ansehe, fällt mir auf: früher konnten wir besser planen, waren die Aufträge langfristiger und mit mehr Sicherheit ausgelegt, dass unsere Hypothesen stimmen und die Change Maßnahmen passen. Die Welt war stabiler. Die Auftrags-Themen waren vor 20 Jahren nicht wirklich anders als heute: Change Management Beratung bei Reorganisationen von Strukturen und Prozessen, Leadership-Entwicklung, Visions- und Strategie-Entwicklung, Umsetzung von strategischen Programmen, Qualitätsmanagement, Leitung von Führungsklausuren und Teamentwicklungen. Das haben unsere Kunden vor 20 Jahren gebraucht und das ist auch heute noch unser Kerngeschäft. Verständigung und Dialog waren uns schon bei Gründung ein wichtiges Anliegen, adressatengerechte, pragmatische und ehrliche Kommunikation war schon immer eine der größten Leistungsfelder. Unsere Ansätze mit den 5 Disziplinen der Schnell Lernenden Organisation und unsere daraus weiterentwickelten 8 Hebel der Veränderung® haben den Kunden und uns einen guten roten Faden gegeben, wie wir Ausgangssituationen verstehen, Herausforderungen ableiten und maßgeschneiderte Change Programme gestalten. Das hat sich bewährt und wird bleiben.

Was wir wirklich anders erleben als Beratungs-Team ist der Kontext und die Zusammenarbeit mit unseren Kundensystemen in einer VUKA Welt. Einer Welt, in der Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität ständig zunimmt. Die dadurch ausgelösten Veränderungen inspirieren und fordern uns immer wieder zum Lernen und Optimieren. Folgende Anforderungen regen uns dabei besonders zu unserer eigenen Weiterentwicklung an:

- Die Schnelligkeit zu verarbeiten, in der sich Ausgangssituationen beim Kunden völlig ändern
- Das Ausmaß an Unsicherheit mittragen, das die Beteiligten und Betroffenen aushalten müssen und das auch uns in unserer Empathie, unserer Haltung, unseren Werten fordert
- Die Komplexität der Themen beherrschen, für die unsere Kunden Lösungen suchen
- Führungskräfte unterstützen, psychologische, gruppendynamische und betriebswirtschaftliche Prozesse zu verstehen und Ideen für die Lösung zu entwickeln
- Die Wechselwirkungen begreifen und für jede Situation passende Führungsstrategien zu entwickeln
- Die Vernetzungsintensität der Akteure und Abläufe zu bedenken, die sich durch die Digitalisierung verändern
- Die Kreativität und Agilität in der Reaktion auf Unvorhergesehenes bieten
- Für die notwendige Flexibilität in der Zusammenstellung und Synchronisation der Berater-Teams mit unseren Kunden-Teams zu sorgen
- Dabei die eigene Lebensführung in Bezug auf Balance und Gesundheit zu überprüfen
- Kundenanforderungen mit eigenen Möglichkeiten und Grenzen zu kombinieren und gemeinsam machbare, wirkungsvolle Schritte zu gehen

Mein Fazit:
Im Rückblick bin ich unendlich stolz auf die vielen komplexen Systeme und herausfordernden Veränderungen, die wir erfolgreich begleitet haben. Ich bin dankbar für die Menschen in meinem Team und meiner Familie, die mit ihrer Kompetenz, Freude, Kreativität und Agilität dazu beitragen, dass wir unsere Kunden zufrieden stellen können. Und ich freue mich sehr, dass die Einblicke, die ich gewonnen habe, so bereichernd, berührend und zukunftsweisend sind. An unserem Geburtstag bin ich zuversichtlich, gelassen und vertrauensvoll, dass weiterhin spannende Menschen mit ihren Führungsfragen zu uns finden und wir gemeinsam aus dem roten Tuch der Veränderung den roten Faden in die Zukunft spinnen werden.

Veröffentlicht von Dr. Eva Strasser.