Mein persönlicher Lichtblick 2018 - Barbara Ott, Beraterin & Trainerin

Was haben Sie 2018 zum ersten Mal ausprobiert?

Ein dreiwöchiger Urlaub im Wohnmobil = agiles Arbeiten!

Wenn Sie wirklich agiles Arbeiten lernen wollen, machen Sie am besten einen Campingurlaub!

Das war eine meiner Lernerfahrungen in diesem Sommer.

Ganz im gewohnten Sinne werden Sie vermutlich eine Grobplanung machen und sich überlegen, welche Route Sie fahren wollen, was Sie besichtigen wollen, welche Aktivitäten Sie unterwegs unternehmen wollen, wie Wandern, Radeln fahren, schwimmen gehen oder sonstiges. 

Und Sie freuen sich auf die anvisierten Ziele.

Nun geht es schon damit los, dass Einflussfaktoren auf Ihren Plan einwirken, die Sie nicht bestimmen können. Da gibt es Unsicherheitsfaktoren! Das ist z.B. das Wetter, Staus, überfüllte Campingplätze (falls Sie nicht vorgebucht haben) usw.

So zwingt Sie z.B. ein angekündigter Wetterumschwung zu einer neuen Planung. Letztendlich, wenn Sie nicht gerade eine vierwöchige Hochdruckwetterlage erwischt haben, werden Sie veranlasst, täglich ein „daily“ zu gestalten, morgens oder abends.

Angesichts der schwer vorhersagbaren und einschätzbaren Wetterlage ändern Sie Ihre Planung entsprechend. Und Sie handhaben die damit verbundene Unsicherheit. Gleichzeitig werden Sie prüfen, ob Ihr „Material, und Werkzeug“ ausreichend vorhanden sind und ob Sie vielleicht zwischen den Badesachen und den wärmeren Sportklamotten hin und her wechseln oder (fast) alles einpacken.

Und Sie sind natürlich nicht alleine. Sie wollen sich mit ihrem Partner, ihrer Partnerin (und ggf. auch noch mit Ihren Kindern!) halbwegs friedvoll abstimmen, welche Entscheidungen angesichts der Unsicherheit der Ausgangssituation zu treffen sind und was die nächsten Schritte sind. Dazu brauchen Sie gute Kommunikation und echte Teamwork -Kompetenzen! Idealerweise ist Ihnen eine konstruktive gemeinsame Diskussion möglich, die die verschiedenen Optionen freundlich wohlwollend in den Blick nimmt und infolgedessen Sie in kurzer Zeit eine rasche Entscheidung treffen über die weitere Route und passenden Aktivitäten. Und die Stimmung in diesem Team sollte ja auch heiter und konstruktiv sein.

Analog des Arbeitens im agilen Modus wird geplant, der Plan korrigiert und wird neu und rasch entschieden im direkten Kontakt zwischen den Teammitgliedern.

Und trotz aller Änderungen ist es auch immer wieder erforderlich, die großen Ziele im Auge zu behalten. Wenn der Großglockner wegen Schneeeinbruchs nicht von Zell am See zu befahren ist, warten Sie ein bisschen und versuchen es nochmal vom Süden her, von Heiligenblut.

Das wollen Sie auch in der agilen Zusammenarbeit: trotz aller Flexibilität, trotz allem Aushalten von Unsicherheiten und der Betrachtung möglicher Risiken schauen Sie also immer wieder: was wollten wir eigentlich alles machen, was ist uns wirklich wichtig, was gibt uns ein gutes Gefühl hinsichtlich unseres Urlaubs?

Das können Sie übertragen auf die Arbeit. Was wollen wir eigentlich erreichen, trotz aller Unwägbarkeiten im VUKA-Sinne?

Sammeln von Informationen, Bewertung von Informationen, Überprüfung der Richtigkeit von Informationen, eine gemeinsame tragfähige Entscheidungsfindung und die positive Bewertung der getroffenen Entscheidung sind wichtige Elemente. Erst wenn der Tag gelaufen ist, werden Sie erlebt haben, ob die Entscheidung richtig war. Damit sehen Sie das Ergebnis Ihrer Anstrengungen und Bemühungen sehr schnell.

Dabei den Blick offenzuhalten für kleine Erfolge, für kleine Ereignisse, mit denen Sie unter Umständen überhaupt nicht gerechnet haben, die Ihnen aber aufgrund ihrer Neuplanung begegnet sind, sind wichtige Elemente, um einen positiven Blick auf das ganze Unterfangen zu behalten.

Und wenn das mit geringen Reibungsverlusten gut gelaufen ist, sind Sie zufrieden mit Ihrem Urlaub und Ihre Arbeit gibt Ihnen Sinn und macht Freude.

Veröffentlicht von Verena Neumayer.