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Innovation im Change - das Zusammentreffen von Design Thinking und Change Management

Das Coverbild entspringt der Masterarbeit "Socially Responsive Design Project" von S. Scholze, Swinburne University 2021

Eine neue Stimme bei Strasser und Strasser: Sonia Sue Scholze. Ihr erster Blog zum Thema Design Thinking, ihrer Herkunft und der Verbindung zum Change Management:


Was ist eigentlich Social Design, und wieso kommt ein "Designer" zu Strasser und Strasser?

Als Design Student ist eigentlich für alle anderen immer sofort klar, was man tut. „Produkte oder Interior, oder?“. Man beneidet Architekten oder Automotiv-designer, denn hier ist sofort klar, welche Beschäftigungen den lieben langen Tag befüllen. Eine sogenannte „punch-line“ (eine Erläuterung unseres Berufes die kürzer als eine Minute dauert wie: „Ich bin Arzt“) gibt es nicht für uns, die Designer, die sich anfangs keinem spezifischen Feld so richtig zugewiesen fühlen. Doch wie erklären wir unser Design? Wie schaffen wir es, in der Kürze einer Bar-Introduktion zu beschreiben, was wir tun? 

Diese Frage beschäftigt mich seit nun 5 Jahren und letztendlich erst nach einem ganzen Semester mit der Auseinandersetzung des Faches „Design Futures“ dämmert es mir, wo meine Stärken dieses unendlichen Bereiches liegen könnten.
Eine Orientierung hilft uns. Einen bestimmten Bereich zu identifizieren, in den wir unsere eigenen Design- bzw. Gestaltungsmethoden und Prinzipien übersetzen können. In meinem Fall geht es also darum, meine innovativen Lösungsansätze in soziale Prozesse zu übertragen.

„Social Design“ ist der Titel ­– die Erklärung der "punch-line" könnte also sein: ich nutze die Kombination aus Empathie, Kulturwissenschaften und kreativer Denkweise, um das Zwischenmenschliche und die Umgebungen zu analysieren und Verbesserungsvorschläge zu entwickeln. Einen tieferen Einblick zu haben, nicht in psychologischer Art und Weise, mehr noch eine Vogelperspektive, die es möglich macht, bestimmte Umstände und Einflüsse zu erkennen die Situationen herbeirufen.

Design ist nämlich nicht nur ein Handwerk für Produkte im haptischen Sinn. Es ist das Gedankengut Kreativer, ein Ansatz, den man in verschiedensten Feldern anwenden kann. In „Design Futures“ werden die Studenten mit hunderten Designer Thinkern und ihren Theorien beworfen, von Nigel Cross über Richard Buchanan, wöchentlich arbeiten sie ihre Prozesse durch, lesen Schriften, reflektieren und kritisieren. In einem intensiven individuellen Prozess sammeln sie Notizen und Gedankenzüge zu jedem einzelnen dieser Ansätze und erlernen ihre eigenen Gedanken und die Reaktionen auf die der anderen in eigene Pfade umzuleiten; der eigene Design Thinking Prozess. Viele Designer haben sich schon in vorherigen Karrieren oder Ausbildungen auf Bereiche konzentriert, auf die diese Prozesse gut angepasst werden. Laut Richard Buchanan teilt man Bereiche auf in „Four Orders of Design“, vier Kategorien in denen Design aufkommt. Kommunikation, Konstruktion, Aktion und Integration. Diese werden wiederum mit 4 Handlungen verglichen: Zeichen, Dinge, Aktionen, Gedanken. In individuellen Kombinationen kann sich hier jeder Designer in vorgegebenen Arbeitsfeldern positionieren, um zu definieren in welcher Art und Weise seine Gedankenprozesse am Ende blühen. Diese sind zum Beispiel Interieur Design oder Graphikdesign. (Buchanan, R., 2019. Surroundings and Environments in Fourth Order Design. Design Issues, 35(1), pp. 4-22)

In subjektiver Wahrnehmung ist es einfacher für diese Art von Designern, die Gedankenprozesse mit einer eigenen Positionierung ausrichten können, nicht so allerdings für Designer, die sich nicht so stark mit einem Handwerk identifizieren. Die puren Design Thinker, zu denen ich mich zähle. Jedes Fach ist unser Fach, denn die Prozesse, die wir intuitiv in unseren Köpfen haben, lassen sich auf alle Bereiche angleichen. Was hier dann entscheidend ist, ist Leidenschaft. Leidenschaft für Orte oder Menschen zum Beispiel. Kultur oder Technik. Der Begriff „Problemlösung“ wird hier eingesetzt, um eine generelle Tätigkeit benennen zu können unabhängig vom Handlungsfeld. Man könnte also „Problemlösungsdesign“ sagen

Das inspirierende an Design Thinking für mich ist auf der einen Seite meinen eigenen Prozess gedanklich zu beherrschen, und auf der andere zu verstehen woher die anderen kommen. Jedoch kommen die großen Impulse erst, wenn individuelle Charaktere hinzugefügt werden. Genauso wie klassische Strategieberatungen von Ideen der Strategie leben, leben Design und Innovation von der Person, die sie ausführen. Mein intuitives Handeln aus Bauchgefühl und Empathie in Kombination mit Wissen und angeeigneten Prozessen, aus Historie oder Erfahrung macht mein „Problemlösungsdesign“ besonders. Und genau dieses Verfahren kann man so gut im Change anwenden. Menschen bezogene Lösungsgestaltung ( oder "Social Design"). Und da Strasser und Strasser schon aus so wertvollen, diversen Charakteren besteht, bin ich stolz meine eigene Richtung vertreten und meinen eigenen neuen Beitrag hinzufügen zu können. Inspiriert von Kreativität und Ästhetik, Umdenken und Herauszoomen, neu bilden und umschmeißen.

Meine Passion liegt darin, den Teller umzudrehen. Negative Stimmungen, die oft mit Change verbunden wird, zum Positiven zu wandeln. Innovation also nicht im technischen, sondern menschlichen Sinne. Veränderungen sind Herausforderungen für Menschen und Organisationen. Mein Wunsch und meine Leidenschaft bestehen darin, konstant Situationen zu optimieren. Diese Herausforderung der negativen Stimmungen, Menschen zu motivieren und unterstützen in ihrem Prozess eine Veränderung anzuerkennen, sind genau diese Herausforderungen, die ich mit Freude annehme. Mit einem neuen Programm der Aktivierung und Weiterdenken von Change Projekten (Activate the Base!) freu ich mich energievoll Strasser und Strasser beitragen zu können.